Ein Konzert, das das Publikum nicht so schnell vergessen wird
Fast ein Monat ist vergangen, seit die Rundfunksinfoniker in der Wallfahrtskirche in Hejnice auftraten, und doch ist das Erlebnis noch ganz präsent. Wie Alena Sojková in ihrer Rezension schrieb: „Lípa Musica brachte ein Konzert nach Hejnice, das das Publikum mit Sicherheit nicht vergessen wird.“ Und wir fügen hinzu: nicht nur das Publikum…
Der musikalische Abend am Samstag, dem 24. Mai, entstand in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Rundfunk Vltava und erinnerte an zwei bedeutende Jubiläen – 80 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und 300 Jahre seit der Weihe der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Hejnice.
Auf dem Programm standen das zweite Cellokonzert von Bohuslav Martinů und Gustav Mahlers Rückert-Lieder. Das Sinfonieorchester des Tschechischen Rundfunks begleitete zwei herausragende Solist:innen – den Cellisten Tomáš Jamník und die Mezzosopranistin Bella Adamova. Geleitet wurde das Orchester vom deutschen Dirigenten Gregor A. Mayrhofer, der erst einen Monat zuvor sein Debüt in Tschechien gab.
Alena Sojková würdigte in der erwähnten Rezension alle Hauptakteur:innen des Abends gleichermaßen: „Cellist Tomáš Jamník spielte dieses Konzert, als sei es ein Teil von ihm (…). Er ließ die Raffinesse, Melodik und Emotionalität seines Parts voll zur Geltung kommen.“ Dirigent Mayrhofer „leitete das Orchester hervorragend, ließ die Innigkeit und Nachdenklichkeit von Jamníks Interpretation erklingen und brachte zugleich die Sinfoniker zu eindrucksvoller Melodik und einem vollen Klang, der sich im ganzen Raum der Kirche entfaltete.“ Und zu dem gemeinsamen Ergebnis bemerkt sie: „Es kommt nicht oft vor, dass wir Zeugen von einer so konzentrierten, sorgfältigen, hingebungsvollen und engagierten Leistung sein dürfen. Und diese Worte gelten dem Solisten, dem Orchester und dem Dirigenten gleichermaßen.“
Der zweite Teil des Konzerts war Bella Adamova und Mahlers Rückert-Liedern gewidmet. „Bella Adamova hat die Fähigkeit, das Publikum zu fesseln und in ihren Bann zu ziehen. Gustav Mahler ist ihr ein zentraler Komponist, den sie nicht nur intellektuell, sondern vor allem mit dem Herzen versteht“, fasst die Rezension zusammen.
Dem Konzert ging eine Gesprächsrunde am frühen Abend voraus, in der über die historische und symbolische Bedeutung der Jubiläen, die den Abend umrahmten, gesprochen wurde. Es diskutierten die Historiker Jan Heinzl und Martin Hořák, Festivaldirektor Martin Prokeš sowie – wenn auch nur kurz zwischen Probe und Konzert – Cellist Tomáš Jamník.
Wer dabei war, wird es nicht vergessen. Und wer nicht dabei war – kann das Konzert auf der Website des Tschechischen Rundfunks Vltava nachhören.