„Gott, Christus Jesuskind, in unsere Bergkirche herabgesandt, bringt das Böse durch Eure Wahrheit und Eure Liebe zum Schweigen. Mehr erbitten wir weder für uns noch für unser Land.“

Weltpremiere
Dem Andenken an Pater Angelus Waldstein gewidmet

Fürbitten

Duo Kchun
Klára Blažková
Jan Rokyta

Fr/2/10/19 Uhr

Prysk, St.-Peter-und-Paulus-Kirche

1:00

Fürbitten

Fr/2/10/19 Uhr / Prysk, St.-Peter-und-Paulus-Kirche

Klára Blažková, Mezzosopran
Martin Prokeš, Tenor
Jaromír Nosek, Bass
Sascha Yasinski, Akkordeon
Jan Rokyta, Zymbal, Flöten, Duduk
Antonín Procházka, Perkussion

Lukáš Janata (1995)
Fürbitten

Eine musikalische Wanderung durch Landschaft, Erinnerung und Glauben

Eine Geschichte, die im Schoß der Lausitzer Gebirge beginnt

Die Komposition mit dem schlichten Titel „Fürbitten“ ist ein brandneues Werk von Lukáš Janata und erlebt in Prysk ihre Uraufführung. Das Wort „Weltpremiere“ ist vielleicht nicht ganz treffend – eher handelt es sich um eine heimische Premiere für ein heimisches Publikum, aufgeführt an dem Ort, an dem der Beginn ihrer Handlung angesiedelt ist. Das Libretto von Tomáš Cidlina schöpft seine Inspiration aus der poetischen Erzählung „Flucht nach Ägypten durch das Königreich Böhmen“ von Otfried Preußler. Darin wird das Motiv der Flucht der Heiligen Familie lebendig, die sich nach dem Überschreiten der Grenze in einer einsamen Kirche irgendwo im Lausitzer Gebirge wiederfindet. So wird unmittelbar deutlich, weshalb diese Welt- und zugleich Heimatpremiere gerade in Prysk stattfindet.

Preußlers Roman dient jedoch lediglich als Grundskizze der musikalischen Erzählung. Der Abend beginnt für die Zuschauer nicht in den Kirchenbänken, sondern bereits draußen mit einer Bittprozession zur Kirche und verwandelt sich bald in eine geistliche Wanderung durch die böhmische Landschaft und Geschichte. Das Programm soll mehr sein als ein Konzert. Es entfaltet sich zu einem gesungenen Gottesdienst mit liturgischen Fürbitten, zu einem Gebet einer Gesellschaft, die verlernt hat, wie man zu Gott und zu den Nächsten spricht. Im Verlauf des Abends erklingen Fürbitten zum Schutz grundlegender menschlicher Werte – der Wahrheit, der Traditionen, des Glaubens und der Landschaft.

Begleiter durch die einzelnen Kapitel sind die böhmischen Landespatrone, aber auch jene, die niemals heiliggesprochen wurden, obwohl sie ähnliche Martyrien wie viele christliche Märtyrer durchlitten. Ein wesentliches Subthema der Komposition ist die Problematik des Exils gesellschaftlicher Eliten. So erinnert das Werk an berühmte Exilanten der böhmischen Geschichte: Jan Amos Comenius, aber auch Pavel Tigrid, Karel Kryl sowie Pater Angelus Waldstein, dem das gesamte Werk gewidmet ist.

„Christus war gewiss nicht der erste Vertriebene,
und du wirst nicht der letzte sein.
Denn die Menschheit wiederholt immer wieder dieselben Sünden …
Doch niemals wirst du auf diesem Weg allein sein –
das ist dein einziger Trost.
Die Heiligen des Landes,
aus dem du stammst,
werden dich auf ewig begleiten.“

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