„Der Schlüssel zur Interpretation wie auch zum Hören von Giya Kancheli liegt darin, nicht zu eilen – jeden Moment, jeden Zusammenklang und jeden einzelnen Ton bewusst auszukosten. Oft ist die Pause wichtiger als der Ton selbst.“

Terezie Fialová

Gadalaiki / Jahreszeiten

Terezie Fialová

Sa/19/9/20 Uhr

Česká Lípa, Aller-Heiligen-Basilika

1:10

Gadalaiki / Jahreszeiten

Sa 19/9/20 Uhr / Česká Lípa, Aller-Heiligen-Basilika

Terezie Fialová, Klavier
Atila Vörös, Zeichnung
Rudolf Živec, art lighting

Pēteris Vasks (1946)
Baltā ainava (Weiße Landschaft)

Giya Kancheli (1935–2019)
König Lear, Als Mandeln blühten

Pēteris Vasks
Pavasara mūzika (Frühlingsmusik), quasi una sonata

Giya Kancheli
Wie es euch gefällt

Pēteris Vasks
Zaļā ainava (Grüne Landschaft)

Giya Kancheli
Kleinste

Pēteris Vasks
Rudens mūzika (Herbstmusik), quasi una sonata

Lernen Sie Vasks und Kancheli kennen

Minimalistische Musik mit maximaler Wirkung

„Für mich ist das 20. Jahrhundert ein völlig authentischer Bestandteil des Repertoires, und auch das Publikum sollte seine Komfortzone verlassen und keine Angst haben, etwas zu hören, das es noch nicht kennt. Zudem gehören beide Autoren zu den melodischen Komponisten und sind daher sehr gut zugänglich. Beide sind weltweit berühmt und werden häufig aufgeführt – nur bei uns nicht.“

Terezie Fialová

Pēteris Vasks ist ein bedeutender lettischer Komponist zeitgenössischer Musik, der im Jahr 2026 seinen 80. Geburtstag feiert. Er ist bekannt für seine Inspiration aus tief spirituellen und naturbezogenen Themen. Sein Schaffen reflektiert häufig das Verhältnis des Menschen zur Natur, die Suche nach Harmonie sowie Schmerz und Hoffnung, die mit dem Schicksal des Baltikums verbunden sind. Der Zyklus „Gadalaiki“ (Jahreszeiten) gehört zu jenen Werken, in denen Vasks zur Natur als lebendigem, atmendem Organismus zurückkehrt. Die Musik der einzelnen Teile evoziert die Wandlungen der Landschaft im Laufe des Jahres – die Ruhe des Winters, das Erwachen des Frühlings, die sommerliche Blüte und das herbstliche Innehalten.

  • !Terezie Fialová und die „Frühlingsmusik“ von Pēteris Vasks

Der zweite Komponist des Programms ist Giya Kancheli, ein international anerkannter georgischer Komponist, mit seinen „33 Miniaturen“. Diese kleine, doch ausdrucksstarke Sammlung kurzer musikalischer Bilder besitzt jeweils einen eigenen Charakter und eine eigene Stimmung – von zarten, meditativen Lagen bis hin zu plötzlichen dramatischen Ausbrüchen. Eindrucksvoll ist die konzentrierte Fähigkeit, mit Stille, feiner Melancholie und unerwarteter Spannung zu arbeiten.

„Ich mag Kontraste, und darauf ist das Programm auch hinsichtlich der Dauerform aufgebaut. Vasks ist ein Meister der großen Form, er liebt Wiederholung, Zeit und die Arbeit mit ihr. Kancheli hingegen kommt mit wenig aus – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird meine Kancheli-Premiere sein.“

Terezie Fialová

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