„Dvořák und Janáček gehören zusammen wie Ein- und Ausatmen. Dvořák bereitet den Hörer mit seiner Zartheit auf das intensive Erlebnis vor, das Janáčeks rohe und mitreißende Aussage mit sich bringt.“
Daniel Macho
Intime Briefe
Kukal Quartet
Kukal Quartet
Eliška Halečková Kukal, Violine
Klára Lešková, Violine
Daniel Macho, Viola
Filip Rufer, Violoncello
Antonín Dvořák (1841-1904)
Zypressen, Auswahl, B 152
Leoš Janáček (1854-1928)
Streichquartett Nr. 2 Intime Briefe, LJCE E/4
Geliebte Frauen
Briefe in Noten geschrieben
Selbst die größten Meister bleiben von dem Alltäglichsten und zugleich Magischsten, von den Freuden und Leiden, nicht verschont, die das Erleben glücklicher oder unglücklicher, erwiderter oder unerwiderter, platonischer, wie leidenschaftlicher Liebe mit sich bringt. Dieses Thema verband auch zwei große tschechische Komponisten: Antonín Dvořák und Leoš Janáček und wird uns von vier außergewöhnlich vielversprechenden Musikern der jungen Generation vorgestellt – dem Kukal Quartet.
„Auf Schloss Sychrov werden Dvořák und Janáček wunderbar zusammenklingen. Beide ausgewählten Werke sind zutiefst persönliche Bekenntnisse. Sie haben das Wesentlichste gemeinsam: absolute Aufrichtigkeit. Während Dvořák seine Liebe zur Welt in lieblichen Melodien besingt, schreit Janáček sie förmlich in kühnen, modernen Klangfarben in die Saiten.“
Daniel Macho
Obwohl die beiden Komponisten eine Generation voneinander trennte, verband sie eine tiefe Freundschaft ebenso wie gemeinsame Wurzeln in der Volksmusik. Dvořáks „Zypressen“ sind eine Sammlung zarter Liebesbriefe, die Nostalgie und Wärme hervorrufen. Ursprünglich schrieb sie Dvořák als junger Mann aus unglücklicher Liebe zu Josefina Čermáková. Es handelt sich um Vertonungen von Gedichten Gustav Pfleger Moravskýs. Später kehrte Dvořák zu den „Zypressen“ zurück und bearbeitete sie unter anderem für Streichquartett.
Demgegenüber entstand Janáčeks Streichquartett Nr. 2 mit dem Untertitel „Intime Briefe“ am Ende seines Lebens. Es ist eine musikalische Verarbeitung seines Briefes an Kamila Stösslová. Doch Janáček legt Dvořáks Verliebtheit ab, sein Quartett ist ein leidenschaftlicher, beinahe ungestümer Strom von Emotionen, in dem jede Note von unbändiger Energie pulsiert.
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