„Während sich im jubelnden Lobgesang Zelenkas noch der Glanz des Dresdner Hofes spiegelt, öffnet Jean-Joseph de Mondonville mit französischem Esprit und Erhabenheit die Tore der Aufklärung.“
Jana Semerádová
Festkonzert zum Tag der Gründung des selbständigen tschechoslowakischen Staates
Jubilate Deo
Collegium Marianum
Pavla Radostová, Sopran
Helena Hozová, Sopran
Anna Moriová, Alt
Lucie Karafiátová, Alt
Vojtěch Semerád, Tenor
Ondřej Holub. Tenor
Tomáš Šelc, Bassbariton
Martin Vacula, Bass
Collegium Marianum
Jana Semerádová, künstlerische Leiterin, Querflöte
Lenka Torgersen, Violine, Konzertmeisterin
Magdalena Malá, Malgorzata Malke, Jan Hádek, Daniel Podroužek, Viktor Tomek, Violinen
Andreas Torgersen, Jonáš Kolomý, Viola
Hana Fleková, Violoncello
Jan Krejča, Theorbe
Jiří Havrlant, Orgelpositiv, Cembalo
Ján Prievozník, Kontrabass
Anna Špelinová, Querflöte
Tereza Samsonová, Oboe
Kryštof Lada, Fagott
Jan Dismas Zelenka (1679–1745)
Magnificat C-Dur für Sopran, Chor und Orchester, ZWV 107
Jean-Marie Leclair (1697–1764)
Konzert C-Dur für Flöte, op. 7 Nr. 3
Allegro, Adagio, Allegro assai
Jan Dismas Zelenka
Lauda Jerusalem für Tenor, Chor und Orchester, ZWV 104
Pause
Michel-Richard Delalande (1657–1726)
Grande pièce royale (S. 161)
Symphonie pour le Souper du Roy
Jean-Joseph de Mondonville (1711–1772)
Grand motet „Coeli enarrant gloriam Dei“
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes
Ein Abend voller grandioser Barockmusik
Die Flötistin Jana Semerádová wurde im Jahr 2024 zum Ritter des französischen Ordens der Künste und der Literatur ernannt. Diese Auszeichnung erhielt sie für die Verbreitung der französischen Barockmusik und des kulturellen Erbes Frankreichs. Ganz in diesem Sinne setzt sie sich weiterhin für die Förderung der französischen Barockkultur in ganz Europa ein. Zugleich betont das Programm das Erbe des böhmischen Musikbarocks, repräsentiert durch Jan Dismas Zelenka, der auf der europäischen Kulturlandkarte immer bekannter und neu entdeckt wird. Zur Würdigung von Zelenkas Bedeutung tragen zahlreiche tschechische Ensembles bei, darunter auch das Collegium Marianum unter der Leitung von Jana Semerádová.
„Der neuzeitliche Boom und das öffentliche Interesse an der Barockmusik begannen in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, und erstaunlicherweise ist diese Welle nicht verebbt. Im Gegenteil: Das Interesse wächst und vertieft sich stetig, dank Ensembles, Künstlern, Dirigenten und Forschern, die Werke von Lully, Delalande, Rameau wiederbelebt haben und stets mit neuen Erkenntnissen und Erfahrungen kommen.“
Jana Semerádová
Das Konzert findet am Vorabend des Staatsfeiertages statt. Natürlich konnte im Barock niemand die Entstehung der Tschechoslowakei vorausahnen, und selbstverständlich sollte die Musik von Delalande und Mondonville den Glanz des Sonnenkönigs widerspiegeln, nicht den von Masaryk. Auch Zelenkas Magnificat war weit davon entfernt, die Tschechoslowakei zu preisen. All diese Werke eint jedoch ein gemeinsamer Nenner: die Feier. In diesem Sinne passen sie auf erhabene und außergewöhnliche Weise auch zu einem Anlass wie dem Vorabend des 28. Oktober.
„Für unser Konzert habe ich Mondonvilles Motette „Coeli enarrant gloriam Dei“ ausgewählt, in der mich eine Passage über die Sonne immer wieder verzaubert, der Gott ein Zelt am Himmel errichtet hat, „die an einem Ende des Himmels aufgeht und in einem Bogen zum anderen Ende strebt“. Während der Bass ein ergreifendes Solo singt, stellt der Chor meisterhaft die Bahn der Sonne dar – durch auf- und absteigende Bewegungen im Unisono.“
Jana Semerádová
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